Folgende Substitutionsmittel sind in Deutschland zugelassen

Methadon (z.B. Methadicct®)

Racemat aus rechts- und links-drehendem Methadon ist das weltweit verbreitetste Substitut und wird im Rahmen der Substitution als Ersatzmittel für Heroin eingesetzt. Es hat ebenso wie Morphin und Heroin eine stark schmerzlindernde Wirkung, ohne starke Rauschzustände zu erzeugen, sprich: Der „Kick“ fehlt. Bei gegebener Heroinabhängigkeit kann es die Entzugssymptome lindern, macht aber ebenso abhängig, wenn es über einen längeren Zeitraum verabreicht wird. Bei einer Halbwertzeit (HWZ) von 13 bis 50 Stunden wird es hauptsächlich durch eine Umwandlung im Körper eliminiert. Methadon wird, anders als Heroin, geschluckt. Wegen des unangenehmen Geschmacks wird es meist mit Orangensaft vermischt. 

Wirkung und Nebenwirkungen

Im Vergleich zum Spritzen setzt die Wirkung erst später ein (ca. 30 bis 60 Minuten), hält dann aber auch länger an. Nach dem Konsum von Methadon kann es zu Schlaflosigkeit und Unruhe kommen. Des Weiteren sind eine Verlangsamung der Herztätigkeit und ein Schwächeanfall infolge eines Kreislaufversagens möglich. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie Mundtrockenheit, Schwitzen, Juckreiz, Libidoverlust und Harnverhaltung (akutes Unvermögen, die gefüllte Harnblase zu entleeren) sind weitere mögliche unangenehme Wirkungen. Eine Überdosierung von Methadon ist genauso gefährlich wie die von Heroin: Atemschwierigkeiten bis hin zum Atemstillstand, sowie Schock, Kreislaufstillstand, Lungenödem und Krämpfe können die Folge sein. Insbesondere bei der gleichzeitigen Einnahme von Alkohol, Barbituraten, Benzodiazepinen und/oder Antidepressiva werden die Nebenwirkungen und Risiken von Methadon verstärkt.

Levomethadon (Polamidon®)

Linksdrehendes Isomer des Methadons, hat längere Wirkzeit und geringere Nebenwirkungen. Die Einnahmemenge ist niedriger und der Ersatzstoff hat die gleichen Wirkungen und Nebenwirkungen wie Methadon. Es hat eine HWZ von 15-60 Stunden. In den letzten Jahren wurden aufgrund des deutlich niedrigeren Preises von Methadon, die Klienten auf dieses umgestellt.

Codein/Dihydrocodein

spielte vor Einführung des Methadons in Deutschland eine Rolle und kommt nur noch als Substitutionsmittel zweiter Wahl in Frage.  Codein ist ein schwach wirkendes Opiat, das als Hustenmittel und gegen leichte bis mittelstarke Schmerzen Anwendung findet. Es wurde auch im Rahmen der Substitution als „Ersatzdroge“ an Opiatabhängige verabreicht. Seit 1998 unterliegt Codein dem Betäubungsmittelgesetz und wird in Anlage III als verkehrs- und verschreibungsfähig eingestuft. Die Abgabe in Apotheken ist nur noch niedrig dosiert bis zu einer bestimmten Menge möglich. (www.drug.com.de)

LAAM (L-Alpha-Acetylmethadon, Orlcam®)

Levacetylmethadol wurde 1998 zur Substitutionsbehandlung zugelassen, darf aber seit 2001 aufgrund kardialer Nebenwirkungen, die bei den Patienten gehäuft auftraten, nicht mehr verschrieben werden.

Buprenorphin (Subutex®)

ein partieller Opiat-Agonist, der erst seit dem Jahr 2000 zur Substitution in Deutschland zugelassen ist. Die Agonistenwirkung tritt langsamer ein und hält bis zu 72 Stunden. Die HWZ beträgt zwischen 42 -57 Stunden.

Vorteile dieses Substituts liegen in der Akzeptanz der Patienten, der längeren Wirkung, der niedrigeren körperlichen Abhängigkeit gegenüber Methadon und somit geringerer Entzugssympthomatik, sowie der Blockade anderer Opioide. Die Einnahme erfolgt in Tablettenform (0,4 mg, 2 mg oder 8 mg). Buprenorphin wird auch in den Entzugskliniken eingesetzt.

(Suboxone®)

Im März 2007 wurde ein zusätzliches Kombipräparat aus Buprenorphin und Naloxon eingeführt. Dieses Präparat soll die illegale intravenöse oder nasale Einnahme von Subutex verhindern.

Diazetylmorphin, Diamorphin, (Heroin)

Originalstoffvergabe ist erst seit dem 28.05.2009 in der BRD durch den Bundestag genehmigt. „Wollen Opiatabhängige künftig an der Diamorphin-Abgabe teilhaben, müssen etliche Kriterien erfüllt sein. So sieht das Gesetz ein Mindestalter von 23 Jahren und zwei erfolglos vorangegangene Behandlungen vor. Eine davon muss mindestens sechs Monate gedauert und eine psychosoziale Therapie enthalten haben. Außerdem müssen die Betroffenen seit mindestens fünf Jahren abhängig sein, verbunden mit schweren somatischen und psychischen Störungen. Auch für Ärzte und Einrichtungen gelten hohe Hürden. So dürfen nur Einrichtungen die Behandlung anbieten, die eine spezielle Genehmigung haben. Die Ärzte müssen suchttherapeutisch qualifiziert sein. Das Mittel darf nur intravenös verordnet werden, die Einnahme muss vor Ort erfolgen werden und muss zudem direkt von den Herstellern bezogen werden.“

Die Rechtslage

Die o.g. Substitutionsmittel sind legale Substanzen, deren Verwendung durch das Betäubungsmittelgesetz geregelt wird. Demnach sind Substitute sowohl verkehrs- als auch verschreibungsfähig. Nach den Regeln der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) wird die Verschreibung aber kontrolliert, also beschränkt. Jeglicher nicht genehmigter Handel und Besitz ist strafbar. (www.drug.com.de)