Was dagegen tun?

Viele Menschen, die Drogen konsumieren, sind mit Problemen konfrontiert, deren Bewältigung sie vor scheinbar unlösbare Probleme stellt. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich schon eine Abhängigkeit von einem Stoff entwickelt hat.

Was bedeutet eigentlich „abhängig sein“?

Drogenabhängigkeit oder Sucht heißt, dass Du von einer Substanz = Droge abhängig bist und ohne diesen Stoff nicht mehr klarkommst. Manche Drogen machen seelisch (psychisch) und körperlich (physisch) abhängig (z.B. Heroin, Opium, Codein…) und das manchmal schon nach kurzzeitigem Konsum. Der Körper hat sich dann auf die Droge eingestellt, so dass Du schmerzhafte Entzugserscheinungen verspürst, wenn Du den Stoff absetzt. Es gibt aber auch Drogen, die in erster Linie psychisch abhängig machen und körperliche Entzugserscheinungen kaum auftreten. (z.B. : Kokain, Speed, XTC…).

Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit

Wer von Drogen abhängig ist, kann Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen. Diese kann ganz unterschiedlich aussehen, zum Beispiel

  • sich beraten lassen (z.B. über weitere Hilfen,…)
  • Informationen einholen (z.B. zu typischen Erkrankungen  wie AIDS, Hepatitis  oder zu Substitutionsbehandlung mit Methadon/ Subutex… als Ersatzstoffe für Heroin;…)
  • einen körperlichen Entzug machen
  • eine Therapie machen
Drogenabhängigkeit und Probleme mit Polizei und Justiz

Konsum von illegalisierten Drogen bedeutet Stress mit Polizei und Justiz. Da der Erwerb, der Besitz und der Handel mit illegalisierten Drogen verboten ist, sind häufig Geld- oder Haftstrafen die Folge.

Was ist eine Drogenberatungsstelle
  • Eine Beratungsstelle für Drogenkonsumenten und Drogenabhängige sowie deren Angehörigen, mit einem breiten Angebot an Rat, Hilfe und Unterstützung
  • Du kannst dich in allen Fragen und Problemen beraten lassen, die im Zusammenhang mit Deinem Drogenkonsum auftreten
  • Dort arbeiten Sozialarbeiter, Psychologen und manchmal auch Exuser (ehemalige Drogenabhängige, die eigene Drogenerfahrungen haben)
  • In manchen Drogenberatungsstellen kannst Du einfach vorbeikommen, in anderen musst du vorher einen Termin vereinbaren
  • Du kannst Dich informieren über Drogen, Wirkungsweisen, Gefahren und Risiken, aber auch über Hilfsmöglichkeiten
  • In Vielen Beratungsstellen kannst du kostenlos sterile Spritzen und Kondome erhaten und Dich über „Safer use“- Strategien informieren
  • Manche Drogenberatungsstellen haben eine offene Anlaufstelle, in der Du in Ruhe einen Kaffee/ Tee trinken, mit anderen Leuten plaudern, lesen oder mit Drogenberatern einen ersten Kontakt knüpfen kannst
  • Du kannst dich in eine Entzugsbehandlung und Therapieeinrichtung oder auch eine Substitutionsbehandlung  (z.B. mit Methadon/ Polamidon…) vermitteln lassen
  • Wenn Du im Knast sitzt oder Dich in einer Klinik befindest, können dich Drogenberater besuchen
Was ist „Entzug“?

Wenn Du mit dem Drogenkonsum aufhören möchtest oder eventuellen Beigebrauch entgiften möchtest (bei Substitution), oder einfach Deinen Körper wieder zur Ruhe kommen lassen möchtest, kannst Du Dich von einer Drogenberatungsstelle in eine Entzugsstation (Entgiftung) im Krankenhaus vermitteln lassen. Dort kannst du unter ärztlicher Aufsicht, gegebenenfalls mit medikamentöser Unterstützung (z.B. Methadon) entziehen. Der körperliche Entzug dauert je nach Droge, eventuellem Mischkonsum mehrerer Drogen und Deiner regelmäßigen Dosis zwischen einer und drei Wochen.  Da aber Sucht nicht nur im Körper abläuft, sondern vor allem auch im Kopf, reicht ein Entzug für einen dauerhaften Erfolg selten aus.

Dann sind möglicherweise weitere Schritte erforderlich, z.B. eine Therapie.

Was ist eine Therapie?

Eine Therapie bietet Dir die Chance, von Deiner Sucht auch psychisch loszukommen. Du findest in therapeutischen Einrichtungen andere Menschen, die auch drogenabhängig sind oder waren. Sie haben die gleichen  oder ähnlichen Erfahrungen wie Du . Dies bietet Dir Möglichkeiten, gemeinsam zu lernen ohne Drogen zurechtzukommen. Eine Therapie dauert meist zwischen vier und sechs Monaten, in denen Du mit anderen Drogenabhängigen, Therapeuten, und Sozialarbeitern zusammenlebst. Du lernst, wie Konflikte und Probleme zu lösen sind ohne sich „zuzudröhnen“. Du wirst Dich selbst näher kennenlernen und andere Menschen besser verstehen. Arbeitstherapeutische Maßnamen, Sport- und Freizeitangebote ergänzen die Therapie.

Am Ende der Maßnahme wirst Du darauf vorbereitet, wie es weitergeht (Wohnungssuche, Schule, Arbeit und Ausbildung, Ämter und Behörden,…).

Wie bekomme ich eine Therapie?

Du nimmst Kontakt mit einer Drogenberatungsstelle auf. In einem Gespräch kannst Du mit Deinem Berater über alles reden und gemeinsam beraten, was zu tun ist. Wenn Du eine Therapie machen willst, sind die wichtigsten Schritte:

  • Klärung der Kostenübernahme (Rentenversicherung, Krankenkasse, übergeordneter Sozialhilfeträger)
  • Einleitung einer ärztlichen Untersuchung über die medizinische Notwendigkeit einer Therapie
  • Auswahl einer für Dich geeigneten Therapieeinrichtung

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, erhältst Du eine Kostenzusage. Kurz vor dem Aufnahmetermin in der Einrichtung gehst Du zum körperlichen Entzug (Entgiftung) in eine Klinik.

Nach dem abgeschlossenen Entzug kannst Du die Therapie antreten. Manche Beratungsstellen fahren dich auch von der Entgiftung in die Therapie. Wenn alles wunschgemäß verläuft, dauert das Verfahren vom ersten Beratungsgespräch bis zur Aufnahme in die Therapieeinrichtung ca. 6 – 8 Wochen. Die Beratung bei Drogenberatungsstellen ist kostenfrei und vertraulich!

Drogenberatungsstellen sind in der Regel keine Behörden oder Ämter (Ausnahme z.B. Gesundheitsämter). Informationen an andere Stellen (z.B. Behörden) oder an Deine Eltern gehen ohne Dein Einverständnis nicht weiter (Schweigepflicht)!